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Gemeinsames Merkmal aller Schadnager ist deren ständig nachwachsendes, sich selbst schärfendes Nagergebiß. Durch Fraß an Lebensmitteln sowie Verunreinigungen durch Kot und Urin verursachen sie alljährlich
Schäden in Millionenhöhe. Bedeutende Schäden werden aber auch durch Nagetätigkeit an Schläuchen und Elektrokabeln verursacht. Brände sind keine Seltenheit!
Hausmäuse haben sich im Verlaufe ihrer Entwicklung perfekt an den Lebensraum des Menschen angepaßt. Sie werden heute größtenteils durch Warentransporte eingeschleppt bzw. wandern im Herbst aktiv
in Gebäude ein. Die Hausmaus lebt im Familienverband in relativ kleinen Territorien. Dies können alle trocken geschützten Plätze mit gutem Nahrungsangebot sein. Als Nahrung bevorzugt die Hausmaus Getreideprodukte, kann sich jedoch
im Prinzip auch von anderen Nahrungsmitteln des Menschen (z.B. Käse, Süßwaren, usw) ernähren. Ihr Verhalten ist sehr durch Neugier geprägt. Die Nachkommenschaft eines Mäusepaares kann pro Jahr ca. 50 betragen. Diese Zahl erhöht
sich beträchtlich, wenn man bedenkt, daß die Gecshlechtsreife schon nach 1,5 Monaten erreicht ist.Wanderratten
haben sich in den letzten Jahren trotz vieler Bekämpfungsmaßnahmen besonders in städtischen Kanalisationen zur Ungezieferplage Nr. 1 entwickelt. Der Körperbau der Wanderratte ist plump, ihr Schwanz ist kürzer als der Körper. Wanderratten sind gute Schwimmer. Sie leben in Rudeln von bis zu 100 Tieren zusammen und besiedeln in Bauwerken hauptsächlich die unteren, dunklen, feuchten Bereiche. Außen legen sie Erdnester mit entsprechenden Gangsystemen an. In Gebäude dringen sie z.B. durch defekte Abflußrohre, Boden- und Wandöffnungen, auch Tore usw. ein. Der Aktionsradius eines Rudels ist relativ groß. Die Wanderratte ist ein sogenannter “Allesfresser”,- gewöhnt sich jedoch schnell an bestimmte Nahrung und kann sich so zum “Nahrungsspezialisten” entwickeln. Dies ist besonders von Bedeutung für die Bekämpfung mit Ködern. Ein Wanderrattenpaar kann pro Jahr unter günstigen Bedingungen ca. 100 Nachkommen haben. Unter Berücksichtigung der Vermehrungsfähigkeit aller Nachkommen ist so eine
theoretische Vermehrungszahl von 200.000 Tieren möglich. Die Hausratte
kommt deutlich seltener vor als die Wanderratte. Ihre weiteren Namen “Dachratte” und “Schiffsratte” bezeichnen Lebensraum und Einschleppweg. Als ehemaliges Baumtier bewohnt die Hausratte die oberen Gebäudeteile. Eingeschleppt wurde die Hausratte mit Schiffen aus subtropischen Gebieten. Sie benötigt demzufolge auch eine wesentlich höhere Umgebungstemperatur als die Wanderratte. Die Vermehrungsrate ist ebenfalls deutlich niedriger. Sie hat durchschnittlich 2 - 3 Würfe pro Jahr mit ca. 6 Jungen. Die Hausratte ist ein gewandter Kletterer. Man findet sie oft in Kornspeichern, wo sie auch genügend Nahrung findet. Sie ernährt sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten (Getreideerzeugnisse, Obst, Gemüse). Der Körperbau der Tiere ist schlank. Ihre Reviere wechseln sie kaum.
Gesundheit Besonders Wanderratten und Hausmäuse können eine Reihe von Krankheiten übertragen. Zu den gefährlichsten Krankheiten gehören die Pest (Übertragung durch
Rattenfloh!), die Weilsche Krankheit (Leptospieren), Tollwut, Ruhr, Tuberkulose, Salmonellosen sowie verschiedene Wurm- und Pilzerkrankungen. Diese Aufzählung macht deutlich, daß Schadnagerbefall keine Bagatelle ist und die
Bekämpfung in die Hände eines Fachmannes gehört! Bekämpfung - RichtlinienNeben mechanischen Methoden (Schlagbügelfallen, Leimfallen (in D verboten) oder Einsetzen
natürlicher Feinde (Katzen, best. Hunderassen), hat heute in Industrie und Gewerbe sowie im öffentlichen Bereich die chemische Bekämpfung die größte Bedeutung erlangt. Dies deshalb, weil bei fachgerechtem Vorgehen die größte
Wirkung und Sicherheit erzielt wird. Man setzt heute verschieden Köder- und Kontaktmittel ein. Die Wirkstoffe sind Antikoagulantien. Das sind Stoffe, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes beeinträchtigen. Es kommt nach
einiger Zeit zur (schmerzlosen) inneren Verblutung der Tiere. Ein Warnen von Artgenossen, wie bei früher verwendeten Akutgiften (z.B. Zink, Arsen), ist nicht mehr möglich. Die Gesamtheit der verwendeten Gifte zur
Schadnagerbekämpfung nennt man Rodentizide. Ihre Anwendung unterliegt dem Pflanzenschutz- und Tierschutzgesetz. Bekämpfungsgarbeiten dürfen nur von Sachkundigen durchgeführt werden. Eine offene
Köderauslage ist verboten. |
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